Mariazellwallfahrt 2020 © Josef WidlWallfahrt in Corona-Zeiten ist anders. Zunächst war die Entscheidung: organisieren wir einen Bus mit 50 alten Menschen, der am Sonntag nachkommt. Dies war uns zu gefährlich. Daher wurde die Buswallfahrt abgesagt. Die Fußwallfahrer nahmen vom 19. bis 23. August 2020 die 160 km in Angriff. Hier galt besondere Hygiene und Abstand. Aus Sicherheitsgründen wurden lauter Einzelzimmer gebucht. Dies überforderte die Quartiere, da man bei Pilgern auf 2 bis 4-Bettzimmer ausgelegt ist.
Dennoch: 13 Personen gingen den Weg von Hollabrunn nach Mariazell. Die Masken mussten immer mit dabei sein wie z. B. bei den Taxifahrten von Sieghartskirchen zurück nach Tulln ins Quartier. Schwierig war, dass in Mariazell die Michaelskapelle aus Corona-Gründen gesperrt war. Dort, wo wir immer mit ca 70 Personen die Abschlussmesse feierten, waren nur 7 Personen erlaubt. Dies bedeutet: die Michaelskapelle war gesperrt. Also: Gottesdienst beim Gnadenaltar gemeinsam mit anderen Pfarren. An die 200 Personen saßen dicht an dicht beim Gottesdienst, denn andere Pfarren hatten keine Bedenken, mit einem Bus voll älterer Menschen nach Mariazell zu fahren. Die volle Kirche bedeutete natürlich: Maskenpflicht beim Gottesdienst.
Trotz all der widrigen Umstände war es eine ganz besonders beeindruckende und persönliche Fußwallfahrt. Niemand benutzte das Begleitfahrzeug, um sich zu erholen. Die Wallfahrerinnen und Wallfahrer nahmen alle Berge und Langstrecken problemlos. Rosenkranz, Angelus und Morgen- und Abendlob, die von Schwester Fides und Kaplan Rochus Hetzendorfer gestaltet wurden, sind als positive Wegbegleitung gut angenommen worden.
Die Sorgen der Welt traten in den 5 Tagen in den Hintergrund. Offenheit und Vertrauen dominierten diese Tage. Es war wieder ein ganz besonderes Erlebnis für jeden Einzelnen.

Bericht und Foto von Josef Widl. Foto zum Vergrößern bitte anklicken.