Nacht der 1000 Lichter © Helmut HörmannStille, ca. 1050 kleine Lichter, nur warmes Kerzenlicht, leise Musik, Nachdenken in Ruhe, Texte zum Vaterunser – das genossen viele Menschen am 31. Oktober 2022 in der Pfarrkirche Hollabrunn.
Schon zum vierten Mal gab es in Hollabrunn die Möglichkeit, sich am „Halloween“-Tag bei der Nacht der 1000 Lichter ein paar Minuten Zeit der Stille zu gönnen und den Alltag hinter sich zu lassen. Das Vaterunser-Gebet regte heuer zum Nachdenken und Mitmachen an.

Nacht der 1000 Lichter © Herwig ReidlingerDie Besucher/innen wurden zum Beispiel aufgefordert, über ihre Beziehung zu Vater und Mutter nachzudenken und über ihre Beziehung zu Gott. Oft blockieren Enttäuschungen und unerfüllte Hoffnungen den Weg zur Verständigung und Beziehung mit Vater und Mutter und auch zu Gott. Bei der ersten Station wurden alle angeregt, nachzudenken wofür sie ihrer Mutter, ihrem Vater dankbar sind und wie ihre Beziehung zu Gott ausschaut. Welchen Namen bekommt er von ihnen – Freund, Begleiter, Erlöser, …?

Nacht der 1000 Lichter © Helmut HörmannIst der Wille Gottes mit dem vereinbar, was ich will? Die Voraussetzung dafür ist, dass ich weiß, was ich eigentlich in dieser Welt erreichen will. Ein Gebet aus dem 14. Jahrhundert formuliert es klar: Christus hat keine Hände nur unsere Hände um seine Arbeit heute zu tun.
„Unser tägliches Brot gib uns heute“ sollte den Besucher/innen klar machen, dass Nahrung allein nicht reicht, um gut zu leben. Unsere Grundbedürfnisse sind: einen Namen haben – geliebt werden – dazu gehören. Für Gläubige ist nicht nur das heilige Brot sondern auch das Wort Gottes wichtig, um im Gleichgewicht und gut zu leben.
Bei der nächsten Station konnte man Schuld und Vergebung mittels einer Waage ins Gleichgewicht bringen. Vergeben zu können und sich Schuld einzugestehen bringt unser Leben ins Gleichgewicht.

Nacht der 1000 Lichter © Herwig ReidlingerMit dem Wunsch, dass sie Gott in der Versuchung führt, legten manche ein Weihrauchkorn in die Schale und ließen diese Bitte zu Gott aufsteigen. Es braucht Mut, nicht nur den momentanen Vorteil und Genuss zu sehen, sondern das spürbar Richtige zu tun.
Bei der vorletzten Station sprachen die Texte von Situationen, die uns fesseln, uns die Freiheit rauben und einengen. Die Besucher/innen konnten ihre Klagen auf bunte Zetteln schreiben und in eine Kette stecken. In einem Gebet bat man Gott, um Erlösung vom Bösen, das den Menschen unsichtbare geheime Fesseln anlegt.

Nacht der 1000 Lichter © Herwig ReidlingerDen Abschluss bildete das Wort „Kraft“. Für jeden und jede gilt, dass die Kraft der Liebe vieles erreichen kann, was nicht möglich schien. Für Gläubige ist Gott eine treibende Kraft, die uns Halt gibt und unser Leben gelingen lässt.

Bericht (gekürzt) von Hermine Tribelnig. Fotos von Helmut Hörmann und Herwig Reidlinger zum Vergrößern bitte anklicken.

Video von Helmut Hörmann
Fotos anderer Pfarren: www.nachtder1000lichter.at