Werkbeschreibung der Missa solemnis von Wolfgang A. Mozart

Die Messe wurde 1780 komponiert und wahrscheinlich im Salzburger Dom uraufgeführt. Sie stellt die letzte Messvertonung dar, die Mozart vollenden konnte. Die Messe ist kurz und kommt einer Missa brevis nahe. Die Melodien sind einfach und manchmal volksliedhaft. Gleichzeitig sucht Mozart nach neuen Ausdrucksformen durch unterschiedliche Rhythmen in den einzelnen Stimmen oder durch Synkopen.

Das Kyrie beginnt mit einer Einleitung des Orchesters. Der Chor wiederholt immer wieder flehentlich die Bitten um Gottes Erbarmen. Mit einem Orchesternachspiel endet das Kyrie.

Das Gloria beginnt lebhaft. Es folgt ein Wechselgesang zwischen Solisten und dem gesamten Chor. Beim „Cum Sancto Spiritu” („mit dem Heiligen Geist”) wird das Anfangsthema etwas abgewandelt wiederholt. Das „Amen” wird abwechselnd von Solisten und Chor gesungen.

Das Credo beginnt wieder der Chor. Beim „descendit de caelis” („er ist vom Himmel herabgestiegen”) singen Sopran und Basse eine herabsteigende Melodie im Dreivierteltakt. Die Synkopen der Altstimme und der Zweivierteltakt der Tenöre stellen die Schritte des Hinabsteigens dar. (Noten zum Vergrößern bitte anklicken.)

Credo - descendit

Ein Sopransolo verkündet mit „Et incarnatus est” („er hat Fleisch angenommen”) die Menschwerdung. Berührend ist das „Crucifixus” („er wurde gekreuzigt”) vertont, das durch die auf- und absteigende Tonfolge die Kreuzigung musikalisch darstellt. (Hörbeispiel ca. 540 kB.)
Das „Cum Sancto Spiritu” wird von den Solisten gesungen, der Schluss ist dem gesamten Chor vorbehalten, wobei öfters Melodien des Anfangsteils abgewandelt werden.

Das Sanctus beginnt langsam, ein Sopransolo leitet zum lebhaften „Hosanna” über, das vom ganzen Chor fortgesetzt wird.

Das Benedictus beginnt mit einer großangelegten Fuge. Anschließend wird das „Hosanna” wiederholt.

Das Agnus Dei beginnt mit einem sehr schönen, aber anspruchsvollem Sopransolo. (Hörbeispiel ca. 1800 kB.)
Beim folgenden Teil wechseln einander Chor und Solisten ab. Mehrmals wird das „Dona nobis pacem” („gib uns Frieden”) wiederholt. Bei jeder Wiederholung durch den Chor wird das Wort „pacem” länger gesungen. Am Schluss tragen die Solisten diese Bitte um Frieden nochmals vor.

Werkbeschreibung von Herwig Reidlinger.